Fast wäre es soweit gewesen und der Staat hätte sich aus einer direkten Beteiligung in einem teilverstaatlichten Unternehmen zurückgezogen. Doch die Irrationalität der Politik führte dazu, daß der zunächst von Finanzminister Grasser unterstützte Verkauf der Telekom Austria an die Swisscom trotz nahezu vollständiger Einigung in letzter Sekunde aus rein politischen Gründen abgesagt wurde. Die nationale Volksfront der Privatisierungsverhinder aller Parteien, allen voran die selbsternannten Vertreter des kleinen Mannes in der FPÖ und SPÖ mit ihrem Flaggschiff ÖGB, sahen in diesem Verkauf eine Gefährdung österreichischer Interessen. Während solche kollektiven Interessen ideologischer Humbug sind und nur dem Eigeninteresse von Politikern und Gewerkschaftern dienen, so kann die gesichtslose Gruppe der Geschädigten zwar klar identifiziert werden, deren Einflußnahme auf die Politik ist augrund ihrer diffusen Zerstreuung jedoch stark beschränkt, wie Mancur Olson in seinem bahnbrechenden Werk "
The Logic of Collective Action" ausführlich beschreibt.
Unter heftiger Akklamation nahezu der gesamten politischen und sozialpartnerschaftlichen Elite Österreichs schaffte es der selbsternannte "Liberale" im Kabinett binnen weniger Minuten gerade auch den kleinen Mann nachhaltig zu schädigen, da das Aktienvermögen der Aktienbesitzer, darunter auch vieler TA-Mitarbeiter und Kleinsparer, die in einen Pensionsfonds investieren, innerhalb weniger Stunden um nahezu 30% - von den versprochenen €15,5 pro Aktie im Falle eines Verkaufs, auf €11,02 (Börsenschlußkurs Fr. 20.8.2004) fiel; da der österreichische Steuerzahler die entstehende Differenz zwischen den Erlösen der aktuell forcierten Lösung, Verkauf über die Börse, durch höhere Steuern bzw. geringer staatliche Transfers tragen muß, da Österreichs Ruf als Investitionsstandort massiv unter der "nationalistischen und interventionistischen Wirtschaftspolitik" (FT, 20.8.2004, The Lex Column) leidet, wodurch moderne, kapitalintensive und ergo dessen überdurchschnittlich bezahlte Arbeitsplätze niemals entstehen werden.
In ihrer nationalistischen Kurzsichtigkeit schaden die Privatisierungsverhinderer gerade denjenigen am meisten, die sie vorgeben zu unterstützen; statt sicherer, innovativer und gut bezahlter Jobs, werden Ineffizienz, Arbeitslosigkeit und damit wirtschaftlichem Rückschritt Vorschub geleistet.